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DigitalesImpulse

Fernerkundung im Wald: Neues aus der Welt der digitalen Analysewerkzeuge 2026

Was haben Satelliten mit unserem Wald zu tun? Eine ganze Menge! Eine kurze Vorstellung digitaler Werkzeuge zur Überwachung und Erkundung unserer Wälder.

Mira LeoNature & Compensation Manager06. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Satellitenaufnahme von Bonn auf Basis des Copernicus Satelliten: Bildquelle https://lgln.community.code-de.org/cloud-free-districts 
Satellitenaufnahme von Bonn auf Basis des Copernicus Satelliten: Bildquelle https://lgln.community.code-de.org/cloud-free-districts 

Vergangene Woche war ich zu Gast beim Online-Seminar des Copernicus Netzwerkbüros Wald und habe einige spannende Neuigkeiten rund um Fernerkundung im Wald mitgenommen. Hier sind unsere Highlights:

Digitales Flächenmonitoring vom Büro aus.

Dr. Florian Beyer vom Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) hat ein Portal vorgestellt, das Satellitenbilder für alle, auch ohne Vorkenntnisse, zugänglich macht. Auf dem GeoLabs-Portal kann jede:r wolkenfreie Aufnahmen des Satelliten Sentinel-2 anschauen und herunterladen. Und das tagesaktuell: Vormittags fliegt der Satellit über Deutschland, am Abend sind die Bilder verarbeitet und online. 

Waldschäden erkennen, ohne vor Ort zu sein: Satellitendaten machen es möglich

Ob Kommune, Forstbetrieb oder Planungsbüro: Wer wissen will, wie es auf einer Fläche gerade aussieht (Hat der Sturm Schäden hinterlassen? Wurde gerodet? Wo genau?), braucht dafür weder Flugzeug noch Drohne. Ein Blick ins Portal genügt, und GIS-Nutzer:innen können die Bilder sogar direkt in QGIS einbinden.  

Ein weiteres Werkzeug, das mich beeindruckt hat: das FNEWs-Geoportal, vorgestellt von Jonathan Wolf. Die Idee: Satelliten beobachten, wie sich das Grün der Wälder im Jahresverlauf verändert. Wird ein Waldstück auffällig und dauerhaft „schwächer“ im spektralen Profil (einfach gesagt, weniger grün), macht sich das in den Daten bemerkbar. So entsteht eine interaktive Karte der Waldschäden für ganz Deutschland, und das erstaunlich genau, vor allem bei verbreiteten Baumarten wie Kiefer, Fichte, Buche und Eiche. Am stärksten getroffen hat es seit 2018 übrigens die Fichte.

Auch gut zu wissen: Forstwirtschaftliche Holzernte zählt nicht als Schaden, sie lässt sich in den Daten klar davon unterscheiden. 


Bessere Daten ermöglichen langfristig wirksame Kompensationsmaßnahmen

Mein persönliches Highlight war Forest Pulse, präsentiert von Timon Miesner und Paul Magdon. Der Dienst befindet sich gerade im Aufbau und soll künftig für jeden Wald in Deutschland verraten, welche Baumarten dort wachsen, wie vital sie sind und wie der Wald aufgebaut ist, und das kontinuierlich für jedes Jahr. Dafür werden Daten aus Satellitenbildern mit denen von Laserscans kombiniert. Das Besondere an dieser Kombination: während Satelliten nur auf die Baumkronen blicken, schaut der Laser durch sie hindurch und zeigt so auch, was unter dem Kronendach liegt. Wer neugierig ist, kann sich schon jetzt beim Thünen-Institut für einen frühen Zugang registrieren. 

Bei meiner Arbeit für TerraGreen ist unser Team von Anfang an davon überzeugt, die Möglichkeiten digitaler Fernerkundung gezielt mit unseren Flächenbegehungen und der ökologischen Expertise vor Ort zu verbinden:

Satellitendaten und GIS-Analysen helfen uns bei jedem Projekt, Flächenpotenziale frühzeitig zu erkennen, Veränderungen nachzuvollziehen und geeignete Kompensationsmaßnahmen fundierter zu planen. Die Begehung vor Ort ersetzen sie dabei zwar nicht, jedoch ergänzen sich beide Perspektiven hervorragend. Und genau das fasziniert mich an der Fernerkundung: Aus dem All und aus der Luft können wir regelmäßig und flächendeckend beobachten, wie es unseren Wäldern geht – in einem Umfang, der vom Boden aus kaum zu schaffen wäre.

Neue Werkzeuge, Echtzeitdaten und tagesaktuelle Bilder: In den letzten Jahren hat sich einiges getan. Ich persönlich sehe im Fortschritt der digitalen Flächenanalyse großes Potenzial, Kompensationsflächen gezielter zu entwickeln, Maßnahmen präventiv zu überwachen und dadurch Biodiversität zu fördern. Für alle, die beruflich mit Wald, Naturschutz oder Planung zu tun haben, lohnt sich ein Blick in diese Tools.

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